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Energydrinks: Leistungsfördernd oder ungesund?

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Flügel verleihen sie jedenfalls keine: Energydrinks eignen sich nur bedingt, um die Leistung zu steigern. Dafür können sie in größeren Mengen der Gesundheit schaden


Energydrinks: Eisgekühlt und voller Power?


Jung, trendig und sportlich – mit solchen Attributen bewerben die Hersteller von Energydrinks gerne ihre Produkte. Diese Botschaft tragen sie mit aufwändigem Marketing nach außen. Ihrer Kundschaft versprechen sie den ultimativen Kick. Höchstleistungen im Sport, die ganze Nacht durchfeiern, das alles stellt mit Hilfe der Getränke kein Problem dar. So verspricht es zumindest die Industrie. Zu recht?


Was steckt drin?


Die Zutatenliste von Energydrinks beeindruckt gerne mit exotisch klingenden Inhaltsstoffen: Taurin, Glucuronolacton und Inosit, um nur einige zu nennen, plus ein paar zugesetzte Vitamine. Ein Blick auf die weiteren Bestandteile wirkt dagegen eher ernüchternd. Süßungsmittel, Farbstoffe, vor allem aber große Mengen an Zucker und Koffein. Der Zuckeranteil liegt meist um die zehn Prozent. Von Figurfreundlichkeit kann also keine Rede sein. Die Koffeinmenge einer Viertelliter-Dose entspricht in etwa dem einer Tasse Kaffee, je nach Menge und Stärke.


Kein echtes Sportgetränk


Können Energydrinks nun die Leistung beispielsweise beim Sport steigern? „So pauschal lässt sich das nicht beantworten“, erklärt Uwe Schröder vom Institut für Sporternährung in Bad Nauheim. „Bei einigen Ausdauersportarten können sie den Körper mit zusätzlicher Energie beliefern“, so der Ernährungswissenschaftler. Allerdings nur, solange der Körper noch über ausreichend Flüssigkeit verfügt. Energydrinks sind hypertonische Getränke, sie verfügen also über eine höhere Konzentration als Blut. Sie entziehen dem Körper deshalb zusätzlich Flüssigkeit, damit er sie verarbeiten kann. Als Energielieferant eignen sie sich deshalb eher in Pausen, etwa an einem langen Turniertag. Beim Sport selbst erfrischt man sich effektiver mit Wasser oder verdünnten Säften.


Trotz der extravaganten Zutatenliste sind es zwei durchaus banale Substanzen, die in Energydrinks leistungsfördernd wirken: nämlich Zucker und Koffein. Zucker ist ein natürlicher Energielieferant für den Körper. Die aufputschende Wirkung von Koffein ist hinlänglich bekannt und wissenschaftlich gut nachgewiesen. Bei den meisten anderen Stoffen in Energydrinks fehlen dagegen wissenschaftliche Belege für einen stimulierenden Effekt. Im Grunde genommen wirken die Lifestyle-Getränke also nicht anders als eine Tasse Kaffee mit Zucker.


Taurin: Keine Leistungssteigerung nachgewiesen


Der wohl bekannteste Zusatzstoff in Energydrinks ist Taurin. Dabei handelt es sich um eine Aminosulfonsäure. Der Name leitet sich von „taurus“ ab, dem lateinischen Wort für Stier. Diese Bezeichnung verdankt es der Tatsache, dass die Säure 1827 zum ersten Mal in Stiergalle nachgewiesen wurde. Mittlerweile ist bekannt, dass auch der menschliche Körper Taurin produziert, täglich etwa 50 bis 125 Milligramm. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung reicht diese Menge völlig aus, um den Eigenbedarf zu decken.


Im Körper ist Taurin am Stoffwechselgeschehen beteiligt. Ob eine zusätzliche Aufnahme die Leistungsfähigkeit erhöht, ist umstritten. „In den üblicherweise konsumierten Mengen hat es wohl keine Wirkung“, sagt Ernährungswissenschaftler Schröder. Das gleiche gilt für Glucuronolacton, das zu den Kohlehydraten zählt.
Gefährliche Kombination mit Alkohol


Experten warnen vor den möglichen Risiken der Energiegetränke, vor allem in Kombination mit Alkohol. So kann die aufputschende Wirkung dazu führen, dass man den Grad seiner Betrunkenheit falsch wahrnimmt. In einer brasilianischen Studie überschätzten die Versuchspersonen nach dem Genuss von Alkohol-Energydrink-Mischgetränken deutlich ihre Koordination und ihr Reaktionsvermögen, die in Wirklichkeit durch den Alkohol stark eingeschränkt waren. Das könnte beispielsweise dazu führen, dass Jugendliche sich nach einem Discobesuch noch für fahrtauglich halten, während sie es längst nicht mehr sind.


Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass bei vielen Inhaltsstoffen nicht ausreichend untersucht ist, wie sie in Verbindung mit Alkohol wirken. Möglicherweise beschleunigen und verstärken sie seine Wirkung. Riskant ist jedenfalls die Kombination von Hochprozentigem mit Koffein. „Beide erhöhen den Blutdruck“, sagt Schröder vom Institut für Sporternährung. „Zusammen potenziert sich dieser Effekt.“ Gerade für Menschen mit hohem Blutdruck oder Vorschäden am Herzen kann das zum Problem werden.


Auch ohne Alkohol ist der hohe Koffeingehalt für manche nicht ohne. In geringen Mengen wirkt Koffein belebend, zuviel macht dagegen unruhig, nervös, löst Herzrasen aus und verursacht Schlaflosigkeit. Besonders Kinder sind anfällig dafür. „Sie bauen Koffein langsamer ab als Erwachsene“, erklärt Schröder. Das BfR empfiehlt deshalb Kindern, Schwangeren, stillenden Müttern sowie Bluthochdruckpatienten, sich bei Energydrinks lieber zurückzuhalten. Daneben ist bei anderen Inhaltsstoffen wie Taurin und Inositol nicht klar, wie sie in hohen Dosen und in den verschiedenen Kombinationen wirken.


Fazit: Alles nur kalter Kaffee?


Koffein und Zucker, mehr steckt vermutlich nicht hinter Energydrinks und ihren angeblich leistungsfördernden Wirkstoffen. Der Rest ist vor allem cleveres Marketing. Offenbar mit Erfolg. Allein der Marktführer, ein Hersteller aus Österreich, hat nach eigenen Angaben im Jahr 2010 weltweit über vier Milliarden Dosen verkauft.

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